For Dior

DIOR BY CHRISTIAN DIOR BOOK ChristianDior_1957_credits_LazizHamani

Steht ein Jubiläum an, ist es an der Zeit einen Blick zurückzuwerfen um daraus Energie und neue Schaffenskraft zu generieren. Heißt der Jubilar Dior verspricht der Blick in die Vergangenheit Glamour und pure Eleganz. Insbesondere Dior hat es über die Dekaden verstanden Tradition und Innovation in stilvoller Synergie zu verbinden. Dies lag nicht zuletzt am Geschick immer wieder den passenden Designer in seiner Zeit auszuwählen. Den sieben Modeschöpfern, die für Dior tätig waren wird passend zum 70-jährigen Firmenjubiläum je ein opulenter Bildband gewidmet. Wer sich für Menswear interessiert wird vergeblich nach Ikonen wie Hedi Slimane (Dior Homme 2001-07) suchen. Die Bände widmen sich ausschließlich den Roben der Damenwelt. Auf der Baselworld brillierte Dior daher nicht nur mit Uhren, sondern mit einer beflügelnden Ausstellung originalgetreu nachgeschneideter Couture Roben im Puppenformat und das über sieben Jahrzehnte hinweg. Ein absoluter Traum kleiner wie großer Mädchen.  Denn bereits seit Firmenbeginn war Dior ein Label, in dem Damenmode nicht nur von den Umsätzen her den zentralen Aspekt ausmachte.

Christian Dior selbst kam eher zufällig zur Mode. Der in der Normandie geborene Modeschöpfer wollte ursprünglich Architekt werden, durchlief eine diplomatische Ausbildung und war dann in Paris als Galerist tätig. Erst als das väterliche Unternehmen in der Wirtschaftskrise der 30er Jahre in Insolvenz ging, beschloss der großbürgerliche Sohn für die Modebeilage von ‚Le Figaro‘ Hüte zu entwerfen. Aus der Not geboren entwickelte sich eine Leidenschaft: kurz darauf begann er Modeskizzen für Haute Couture Designer anzufertigen und nahm schließlich eine Tätigkeit bei Pierre Balmain an. Sein Talent wurde schnell gewürdigt und nach nur drei Jahren setzte sich der Textilfabrikanten Marcel Boussac mit Christian Dior in Verbindung um sein eigenes Label zu gründen.

Schon die seine erste Kollektion brachte den ‚New Look‘ hervor, der ihn weltweit berühmt machte. Der Name ging auf die Rezension der Harper Bazaar Chefredakteurin Carmel Snow zurück. Beim ‚New Look‘ wandte sich Christian Dior bewusst gegen das auferlegte Diktat der Nachkriegsrationierungen und ging verschwenderisch mit Stoffen um. Dies gefiel der zahlungskräftigen Oberschicht, während Coco Chanel mit Entsetzen beobachteten musste wie ihre Vorstellung von moderner Weiblichkeit zerlegt wurde.

Doch auch nach dem unerwarteten Tod des Modeschöpfers 1957 ging es für die Marke Dior erfolgreich weiter. Die Liste seiner Nachfolger liest sich wie ein Who-is-Who der besten Designer der letzten 70 Jahre. Es ging gleich mit Yves Saint Laurent weiter, Marc Bohan, Gianfranco Ferré, John Galliano und Raf Simons folgten. Mit der überraschenden Berufung von Maria Grazia Chiuri im letzten Jahr wird Dior zum ersten Mal von einer Frau geführt. Frauenpower für Frauen. Man darf gespannt sein wie es weitergeht. Eins ist klar: die Firmengeschichte, die hier in sieben Bänden beschrieben wird, ist noch lange nicht vollendet.

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